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Wappen Witterswil

Dorfkirche_Dorfhauser_Dorf Witterswil Witterswil am Fuss des kleinen Blauen

von
BERNHARD STÖCKLI 
Gemeindemann von 1981-1989


Witterswil, am Fuss des kleinen Blauen gelegen, grenzt im Osten und Norden an den Kanton Baselland mit den Dörfern Ettingen, Therwil und Biel-Benken, im Westen und Süden an die solothurnischen Gemeinden Bättwil und Hofstetten-Flüh. Der ganze Gemeindebann weist eine Fläche von 267 ha auf, davon sind ca. 30 ha im Baugebiet.

Zusammen mit seiner Nachbargemeinde Bättwil bildet Witterswil eine gemeinsame Kirchgemeinde (römisch-katholisch), einen Zivilstands-, einen Primarschul- und einen Zivilschutzkreis. Politisch aber sind beide Gemeinden eigene Gebilde.

Geschichtliches

Das Gemeindewappen von Witterswil, geschaffen anlässlich der Landesausstellung 1939, zeigt im linken Teil in gold-schwarz-gold das halbe Wappen der Ritter von Rotberg, auf der rechten Seite das rot-weisse Solothurnerwappen. Hier eingefügt ist das Katharina-Rad. Die heilige Katharina von Alexandria, eine Märtyrerin, ist die Patronin der Pfarrkirche.

Der Name Witterswil wurde urkundlich erstmals 1268 als "Witerswil" erwähnt. Eindeutige Kunde stammt aber erst aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die Herren von Rotberg besassen damals schon zu Witterswil die hohen und niederen Gerichte. 1515 verkaufte Ritter Arnold von Rotberg seine Herrschaft der Stadt Solothurn mit allen Rechten.

Der Dorf- und Übername der Witterswil ist "Chäfer". Ein Poststempel mit diesem zweiten "Gemeindewappen" erfreut sich unter Philatelisten grosser Beliebtheit.

Zwei Schriftsteller kann unser Dorf zu seinen Bürgern zählen: Johann Gyhr, der unter dem Pseudonym Franz von Sonnenfeld im 19. Jahrhundert unter anderem das Dorf und seine Bewohner porträtierte, sowie Felix Möschlin (1882-1969), der in seinen Werken Schauplätze in unserer Gegend eindrücklich beschrieben hat.

Witterswil heute

Unser Dorf hat sich im Verlaufe der letzten 40 Jahre bevölkerungsmässig stark entwickelt. 1960 zählte man in Witterswil 347 Einwohner, 1970 waren es 705, 1980: 944, 1990: 1170 und 2000:1322. In den letzten Jahren hat die Bevölkerung vorübergehend leicht abgenommen. Per 31.12.2001 lebten 1317 Personen in Witterswil; im Jahr 2005 waren es schon wieder etwas mehr (1329, Okt. 05) und per 31.12.07 wohnten 1'336 Personen in Witterswil. Viele neue Einwohner sind aus Basel und der näheren Umgebung aber auch von weiter her, zugezogen.

Das schnelle Wachstum der Sechziger- und Siebzigerjahre blieb nicht ohne Folgen. Die Infrastruktur musste laufend den neuen Bedürfnissen angepasst werden. 1971 wurde ein neues Schulhaus für die Primarschule erbaut. Für die Oberstufe ist Witterswil dem Zweckverband Oberstufenzentrum Leimental in Bättwil angeschlossen. 1992 wurde sodann das Mehrzweckgebäude samt Feuerwehrmagazin und Zivilschutzbauten realisiert. Diese grossen Investitionen haben jedoch eine starke Belastung der Finanzen gebracht. Diese auf ein Durchschnittsmass zu reduzieren, war deshalb eine Hauptaufgabe, die in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre gelöst werden konnte.

Im Herbst 2001 konnte die Schulhauserweiterung durch den Schulkreis Witterswil-Bättwil eingeweiht werden. Der Neubau der Nachbarsgemeinde führt die Kinder der beiden Gemeinden in das gemeinsame Schulzentrum in Witterswil.

Witterswil hat nur wenige eigene Arbeitsplätze. Es bestehen einige kleinere Gewerbebetriebe. Im ehemaligen Bauerndorf bleiben nur noch 7 Landwirtschaftsbetriebe. Der einzige industrieähnliche Betrieb geht auf das Agro-Forschungszentrum der Firma Sandoz AG, später Novartis AG, auf das Jahr 1971 zurück. Nach dem Verkauf der Liegenschaften ist die TZW AG (TechnologieZentrum Witterswil AG) entstanden. Dies wurde ermöglicht, nachdem die Gemeinde die Umzonung des Areals in Spezialzonen anfangs 1999 bewilligte. Im August 2001 waren 13 Firmen aus einer Vielfalt von Dienstleistungsbetrieben mit ca. 70 Beschäftigten im TZW eingemietet. Durch die rasche Entwicklung der jungen Biotechnologiefirmen stieg die Anzahl der Beschäftigten bis Ende Januar 2002 auf 120 Personen an.

Der weitaus grösste Teil der Erwerbstätigen geht seiner Arbeit in der Region, vor allem in der Stadt Basel, nach.

Verkehrsmässig sind wir mit Basel dank der Tramlinie 10 optimal verbunden. Natürlich ist die Gemeinde dem Tarifverbund Nordwestschweiz angeschlossen.

Wer sich in Witterswil als Neuzuzüger rasch heimisch fühlen möchte, dem sei ein Beitritt zu einem der vielen Vereine empfohlen, die sich über neue, aktive Mitglieder freuen.

Witterswil morgen

Der 1963 geschaffene Zonenplan sah bei einer Überbauung allen Baulandes eine Einwohnerzahl von 4000 Personen für Witterswil vor. Die vor 20 Jahren durchgeführte Revision der Ortsplanung setzte andere Massstäbe. Das Wachstum soll mit gesetzlichen und planerischen Massnahmen auf etwa 1800 Einwohner begrenzt werden. Witterswil möchte seinen dörflich-ländlichen Charakter behalten und den Einwohnern Ruhe und Geborgenheit bieten.

Die Entwicklung des TZW bewegt sich mit schnellen Schritten voran. Um den Bedarf an Räumlichkeiten abzudecken, bestehen bereits Planungen für weitere Laborbauten. Eine durch Ingenieure erstellte Projektstudie sieht in der Spezialzone Technologiezentrum die Möglichkeit für einen Ausbau von ca. 500 Arbeitsplätzen vor.

Das "alte Dorf" soll erhalten bleiben. Erste Schritte sind mit der Sanierung vieler Gebäude im Dorfkern, auf privater Basis, getan. Hochhäuser und grosse Gebäudekomplexe soll es in Witterswil nicht geben. Diese Grundsätze sind denn auch im Leitbild der Gemeinde von 1994 enthalten und werden in die neue Revision der Ortsplanung einfliessen. Diese bezweckt angesichts der Bodenknappheit eine bessere Nutzung der zur Verfügung stehenden Baulandfläche zu erreichen. Witterswil soll indessen nicht "Schlafdorf" werden. Die neu zuziehenden Einwohner sollen sich hier heimisch fühlen, zusammen mit allen rund 1330 Einwohnern, von denen gut 120 Ortsbürger von Witterswil sind.

Es ist das erklärte Ziel der Behörden, mit den vorhandenen Mitteln das Optimum herauszuholen und Witterswil wohnlich und steuergünstig zu erhalten. Dem zunehmenden Verkehrsfluss durch unser Dorf soll mit geeigneten Massnahmen etwas Einhalt geboten werden.

 

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